PC Video, 11/12. 2006

Mein Schnittplatz: HDV-Schnitt mit Premiere Pro2.0

Videosystemhäuser.

"Wem nun der Kopf raucht und wer Zweifel hat, einen für den HDV-Schnitt optimierten Rechner selbst zum Laufen zu bringen, sei daran erinnert, dass sich einige Videosystemhäuser auf dieses Thema spezialisiert haben und im End ergebnis häufig preiswerter sind als verzweifelte Selbstversuche mit Fehlanschaffungen von Einzelkomponenten. Die seriösen unter diesen Fachleuten beschäftigen sich akribisch damit, alle denkbaren Komponenten sorgfältig zu testen und aufeinander abzustimmen (oft ist zum Beispiel der neueste Grafikkartentreiber für den Schnitt nicht der beste). Sie kennen für jede Kragenweite die optimalen Hardware-Zutaten und liefern auch nach der Anschaffung noch hilfreichen Support. Besonders schön, wenn Spezialisten wie beispielsweise Weskamp und Partner nicht nur brav die zertifizierten Komponenten einbauen, sondern ebenfalls Alternativen auf Herz und Nieren testen, und diese mit einem Zugewinn an professionellem Workflow zu günstigen Preisen an den Kunden weitergeben - siehe Matrox Parhelia AVPe. Weskamp und Partner bietet hier den optimierten Komplett-Rechner."

Schnittplatz-Komponenten
Hardware

• Rechner: Conroe Intel 2 Duo E 6000, 3 GB DDR2 CorsairTwinX XMS2 CL 5, PC6400/ 800; Grafik: Matrox Parhelia AVPe,
• Systemplatte: Samsung SATA1160 GB,
• Videoplatten: 2x Samsung SATA-400 GB, 16 MB Cache als Raid-o
• Peripherie: Kontroll-Monitoren für SD: Sony PVM 14M2E, 14 Zoll. Für HD: BenQ DV3750, 37 Zoll Component/HDTV (1920X 1080); Zuspieler: Sony DHR1000 (DV), Sony HVR Zi (HDV, DVCAM); Studioboxen: Genelec 8020A; Audio-Mischpult: Behringer Eurorack MX 1602

Software

• Adobe Production Studio Premium
• Cineform Aspect HD"

Interview mit W. Weskamp

Mit HDV zurück in die Video-Steinzeit?

"
Werner Weskamp ist Geschäftsführer des Videosystemhauses Weskamp und Partner (www.weskampundpartner.de) und seit vielen Jahren mit dem Bau betriebssicherer und kosteneffektiver Videoworkstations befasst.

> In den vergangenen Jahren wurden für den DV-Schnitt zahlreiche komfortable, zuverlässige Echtzeit-Lösungen entwickelt Kehren mit HDV nun die Zeiten des langen Renderns, der tausend inkompatiblen Komponenten, der Drop-Frames, kurzum der Ärgernisse der frühen Jahre des DV-Schnitts zurück?
Wie bei jeder neuen Technologie hat man auch bei HDV am Anfang mit Umständen zu kämpfen, die bei einer über mehrere Jahre entwickelten Technik wie DV ausgestanden sind. Man hat aber aus den Erfahrungen der DV-Anfänge gelernt, und ein Start in das HDV-Zeitalter gelingt sehr viel harmonischer. Grundsätzliche Inkompatibilitäten sind vergleichsweise selten, da wir bei HDV auf bewährte DV-Komponenten wie z.B. Firewire zurückgreifen. Dropped Frames sind heute kein Thema mehr, da die Hard- und Software durch intelligentes Render-Management und schnelle Festplatten entgegenwirkt. Bei sehr aufwändigen Videoprojekten oder Compositings können Renderzeiten entstehen, die sich dank schnellerer Hardware aber in erträglichen Grenzen halten.

> Adobe versprach den Anwendern von Premiere Pro 1.5 die Bearbeitung von HDV-Projekten ohne Hardware-Aufrüstung. Mit der aktuellen Software-Version Premiere Pro 2.0 sieht die Lage Jedoch ganz anders aus: Die Hardware-Anforderungen sind enorm gestiegen. Woran liegt's?
Es liegt am verwendeten Codec. Mit Premiere Pro 1.5 wurde jede überspielte Filmsequenz in den Intermediate Codec konvertiert. Mit Premiere Pro 2.0 entfällt diese Konvertierung, die Daten werden nativ übernommen, allerdings erfordern diese Daten, bedingt durch die HDV-Kompression schnellere PCs, da die Bearbeitung dieser Daten rechenintensiver ist. Man spart sich allerdings die Konvertierungszeit, die es bei Premiere Pro 1.5 gab.

> Welches ist die aktuell sinnvollste Hardware-Aufrüstung mit dem besten Preis-Leistungsverhältnis für flüssiges HDV-Editing mit Premiere Pro 2.0?
Wir empfehlen dafür eine Matrox RT.X2 oder Matrox Axio.

> Gibt es auch preiswertere Möglichkeiten, aus Premiere Pro 2.0 das HDV- (oder auch SD-) Signal von der Timeline auf einen Video-Kontrollmonitor auszugeben?
Eine gute und preiswerte Möglichkeit, einen SD-Kontrollmonitor anzuschließen ist z.B. die Verwendung der Matrox APVe Grafikkarte. Hiermit ist man in der Lage, neben zwei PC-Monitoren auch einen Standard-50Hz-Video-monitor mit einem Y/C- oder FBAS-Signal zu versorgen.

> Die Matrox AVPe bringt allerdings nur 128 MB Grafikspeicher mit. in der Kompatibilitätsliste von Adobe werden für Premiere Pro 2.0 aber 256 MB Grafikspeicher empfohlen. Welche Grenzen tun sich dadurch auf?
In der Praxis hat sich die Matrox AVPe als ausreichend erwiesen. Beim Einsatz von Adobe After Effects kommen die Vorzüge der AVPe noch deutlicher zum Tragen. Premiere Pro macht dagegen nur sparsamen Gebrauch von Berechnungen, bei denen die GPU mit ins Spiel kommt. Insofern reichen 128 MB Video-RAM aus.
Das Interview führte Andreas Wunderlich."

 

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